Gestern war mein freier Tag und ich habe schon lange nicht mehr einen so coolen Tag gehabt. Viele Dinge erlebt, gesehen und gelernt.
Am Morgen waren wir Deutschen vom Schiff von einer Deutschen Gemeinde (Landeskirche) zum Gemeindefest eingeladen worden. Wir haben uns dann am Morgen mit 15 Leuten auf den Weg zur Gemeinde gemacht. Wir brauchten eine Fähre und einen Bus um dort hin zu kommen. Für die Fähre bezahlt man umgerechnet ca. 1,30€ und der Bus kostet noch nicht mal 1€. Die kosten für die Fahrt und für das Essen beim Gemeindefest hat uns die Gemeinde zur Verfügung gestellt.
Der Gottesdienst. Ich habe schon lange nicht mehr einen so aufgesetzten und herzlosen Gottesdienst besucht. Gebete wurden nur abgelesen, die Predigt war wie ein Vortrag, man hat richtig gemerkt dass nichts vom Herzen kam. Da war nicht ein bischen Begeisterung zu spüren in dem was die Pastorin gesagt hat. Traurig. Der Gottesdienst hat mir noch mehr die Augen dafür geöffnet wie wichtig es ist, zurück nach Deutschland zu kommen und dort tätig zu werden.
Wenn ich als nicht Christ in einen Gottesdienst wie gestern gehen würde, würde ich nicht Christ werden wollen. Alle total steiff, da scheint keine Begeisterung durch, nichts persönliches zu erkennen,...
Es war interessant das mal wieder zu sehen. Gut dass ich sagen kann, dass unsere Gemeinde als Landeskirche da anders ist. Was aber nicht heißen soll, dass wir nicht nichts ändern könnten.
Es war so heiß gestern, dass wir schon total durchgeschwitzt waren als wir bei der Gemeinde ankamen und da haben wir beschlossen, wenn wir zurück kommen gehen wir erst mal schwimmen. Gesagt, getan. Es gibt hier einen Marine Club der uns ihren Pool kostenfrei zur Verfügung stellt. Mit 10 Leuten ging es dann ab zum Pool. Mathias hat seine Digitale Unterwasserkamera mitgenommen und wir haben riesen Spaß gehabt lustige Fotos und Videos unter Wasser zu machen. Vom Wettschwimmen, Wetttauchen bis über Kunststücke war alles dabei.
Am Abend bin ich dann mit Vivien (Brasilien), Daniela und Debora (Deutschland) bei einem Deutschen Geschäftsmann zum Fußball gucken gewesen. Ja, wir sind Weltmeister! Ich weiß ja nicht ob Du das Spiel gesehen hast, es war nicht das tollste aber wir haben gewonnen und das ist die Hauptsache. Die beste Aktion war der gehaltene Elf Meter.
Daniela hatte den Geschäftsmann in der Kirche morgens gefragt ob er wüsste wo man hier Fußball gucken könnte. Ob es eine Sportsbar oder so etwas geben würde. Es gibt etliche aber sie gucken eher Rugby oder die Englische Bundesliega.
So hat er uns angeboten bei ihm mit seiner Familie zu gucken. Gesagt, getan. Er hat uns vom Schiff abgeholt da es für uns zu kompliziert gewesen währe sein zu Hause zu finden wenn man sich nicht auskennt.
Abgeholt hat er uns mit einem Touareg (schreibt man den eigentlich so?) ist ja auch egal. Wow, das ist ja so ein cooles Auto! Ich war voll hin und weg, wollte ich doch schon immer mal mit einem Touareg fahren. Ich habe es mir nur im Sitz bequem gemacht und die Fahrt genossen. Es war ein Traum! Ehrlich! Geniales Auto.
Bei ihm zu Hause angekommen, mitten im Nichts, staunten wir wieder mal nicht schlecht. Zur Erklärung, wenn man in Hong Kong mitten im Nichts wohnt heißt es, dass man eine Menge Geld hat. Die meisten Menschen wohnen in Hochhäusern mit 6 Leuten auf 60m² und man kann seinem Nachbar in die Küche oder ins Wohnzimmer schauen wenn man aus dem Fenster guckt. Da gibt es keinen Garten oder Balkon oder grün drum herum.
Ok, wir also mitten im Nichts.
Wir kamen in die Tiefgarage um das Auto zu parken und da standen nur Autos wie Ferrari, Porsche, Masaratti,... Ich dachte mir vielen die Augen aus dem Kopf und ich fühlte mich nicht mehr ganz so wohl. Ist nicht so ganz meine Gesellschaftsklasse. Das erste was mir in den Kopf kam war: fass bloß nix an, wenn du was kaputt machst, das kannst Du nicht bezahlen.
Von der Tiefgarage ging es dann mit einem Lift zur Wohnung und die war der Hammer. Ich kann Dir sagen, mir viel die Kinnlade nur so runter. Ich kann gar nicht sagen was alles so besonders an der Wohnung, dem Haus war, da waren so viele Kleinigkeiten. Aber Du siehst sie und weißt, sie sind schweine teuer und du könntest sie dir nie im Leben leisten. Eine Wohnungstür aus Holz und Glas die eine Schiebetür ist, eine super moderne Architektur, Glaswände, Balkone. Und die Einrichtung; riesen weiße Ledercouch (ich wollte mich erst nicht dort hin setzten, könnte ja schmutzig werden), Flachbildschirm von 1,20 Größe, super modern eingerichtet. Es sah alles sehr schön aus, aber auch steril. Das ist ein Haus wie aus dem Katalog.
Aber die Family war super nett, wir haben uns gut unterhalten und Spaß gehabt beim Fußball gucken. Anne, die Tochter war so begeistert von all dem was wir über das Schiff erzählt haben, dass sie nach der Schule und sobald sie 18 ist, für ein zwei Monats Programm auf die Doulos kommen möchte.
Oh, noch was tolles. Ich habe gestern mit der Zori telefoniert. Es tat so gut mal wieder ihre Stimme zu hören und ein wenig zu quasseln. Es war, als ob man zu Hause ist. Am Ende wollte ich noch mit dem Manuel reden aber da hat das Telefon nicht mit gemacht. Die Verbindung war ganz schlecht, ich konnte Zori nicht verstehen und ich wusste nicht ob sie mich hören konnte. Und so habe ich dann nach einer Weile aufgelegt.
Manuel, ich hätte gerne mit Dir geredet. Schade dass es nicht geklappt hat.
Ja, das war mein freier Tag gestern. Ich habe so viel Freude an diesem Tag gehabt und wollte Dich mit dran teil haben lassen.
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