Logbuch

Meine Eindruecke und Erfahrungen auf der Reise durch die Welt.

Samstag, Oktober 28, 2006

Heute war ich mit meinem E-Team in den Slums von Cambodia. Zuerst sind wir von „Tür zu Tür“ gegangen, (ich habe es in „ gesetzt, da sie nicht wirklich Türen haben) und haben die Menschen zu einem Programm eingeladen dass wir für sie vorbereitet haben und anschließen haben wir uns dann auf einem Platz in der Mitte des Slums getroffen und haben unser Programm gegeben. Es sind viele Menschen gekommen und es ist schön zu sehen, wie aufmerksam sie einem zuhören und sie einen beobachten. Wir hatten einen Pastor von vor Ort zu Hilfe, der für uns alles übersetzt hat.

Ich kam mir vor wie im Film. Wenn Du sehen könntest wie die hier leben, die Bruchbuden, die Kochstellen, die Kleidung, die Essenszubereitung, einfach alles, da musste ich mir immer wieder sagen, es ist die Realität! Es ist diese Welt und nichts anderes. Aber was mich immer wieder überrascht ist, dass sie dann Mountainbikes haben oder auch kleine Autos. Ich frage mich immer wieder, ob die Menschen sich als so arm ansehen wie wir sie sehen. Ich meine, für sie ist es das normalste von der Welt in einem Holzhaus zu leben und draußen über dem Feuer zu kochen. Die würden wahrscheinlich den Schock ihres Lebens bekommen, wenn sie sehen würden, wie wir leben. Und ich kann Dir eins sagen, hier passt jeder auf den anderen auf und die Nachbarschaft hält zusammen. Sie sind ja auch drauf angewiesen. Finde ich aber toll. In Deutschland bist Du ja schon froh, wenn Du weißt, wie Dein Nachbar heißt.

Mich hat es auf jeden Fall beeindruckt wie die Menschen hier leben und sind. Und ich begeistere mich immer mehr für Kinderarbeit. Hätte ich nicht gedacht.

Heute Abend, als ich dann beim Abendessen saß, kam eine Durchsage, dass alle die verfügbar seien doch bitte zur Quayside kommen sollen zur „Crowd controll“. Cool, dass heißt also, da ist echt was los. Ich also nichts wie raus. (Hatte schon aufgegessen) Wahnsinn! Ich kann Dir sagen, da waren so viele Menschen! Wir müssen sie dann in eine Schlange stellen, was nicht einfach ist, wenn Du Dich mit den Menschen nicht in ihrer Sprache verständigen kannst und es sich nicht gehört sie zu berühren. Hat aber funktioniert, und dann müssen wir schauen, dass es kein Gedränge gibt und dass die Leute auch alle brav ihre Tickets kaufen und dann direkt zum Eingang gehen. Du kannst Dir gar nicht vorstellen was für tolle Geschichten die Leute erzählen, nur damit sie umsonst auf das Schiff kommen. Allein darüber könnte ich nach einem Abend schon ein Buch schreiben. Aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das schönste ist zu sehen, wie die Menschen freudig auf die Doulos zu rennen und einfach nur glücklich sind, eine Karte bekommen zu haben.

Jetzt sind wir fertig mit arbeiten und ich werde ins Bett springen.

Denkt dran, heute Nacht werden die Uhren umgestellt! Und dann haben wir einen Zeitunterschied von 6 statt 5 Stunden.

Hab Dich lieb. Kathrin