Logbuch

Meine Eindruecke und Erfahrungen auf der Reise durch die Welt.

Montag, Januar 22, 2007

Guten Morgen und einen guten Start in die neue Woche wuensche ich.
Gestern hatten wir in einer Gemeinde fuer Obdachlose medizinische Hilfe geleistet. Fuer mich war es sehr interessant, anstrengend und herausfordernd. Ich habe mehr als Arzt als als Krankenschwester gearbeitet. Ich hatte meine eigenen Patienten, habe sie untersucht und die passenden Medikamente ausgegeben. Das war ein Part, der mir sehr viel Freude bereitet hat und wo ich viel lernen konnte. Ich hatte zum Beispiel eine Frau, sie war 42 Jahre alt und hatte eine mega grosse Schilddruese. Sie fragte mich, ob sie dagegen Tabletten bekommen koennte. Ich musste sie leider enttaeschen und ihr sagen, dass man das Problem nur noch mit einer Operation beheben kann. Nur hat diese Frau leider kein Geld fuer eine Operation! Also blieb uns nur uebrig, gemeinsam zu beten. Aber ich kann Euch sagen, das war fuer mich nicht einfach. Man kann sich das gar nicht vorstellen, das die Menschen hier sich nicht operieren lassen koennen oder sogar kein Geld haben um Medikamente zu kaufen. Wie oft rennen wir wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt und lassen uns Berge von Medikamenten verschreiben? Es tut weh, den Schmerz in den Augen der Frau zu sehen und die Traurigkeit und den Kummer den sie mit nach Hause nimmt. Enttaescht und traurig zugleich, weil wir ihr nicht helfen konnten.
Eine andere Frau kam mit ihrer behinderten Tochter, sie war 8 Jahre alt. Sie kann nicht laufen, was macht die Mutter? Sie traegt sie den ganzen Tag auf ihren Armen! Unglaublich. Also sind wir losgezogen und haben fuer sie einen Rollstuhl von unserem Geld gekauft. Das ist hier alles spott billig. Aber nur fuer uns. Weil wir das Geld haben. Wenn man kein Geld hat kostet es ein Vermoegen. Fuer diesen Rollstuhl haben wir 32 £ bezahlt. Und eine Frau so gluecklich wie wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben gemacht.
Ein neues Erlebnis von mir, wo ich wieder ein ganzes Buch drueber schreiben koennte. Ich koennte eigentlich schon einen eigenen Buchladen aufmachen, wenn ich die Buecher alle geschrieben haette.